Rudi und David waren fast die ganze letzte Woche auf Radtour und ich hatte die riesige Bude für mich selbst. Das Wetter war grau und so ziemlich fast alles Interessante, das man nach der Arbeit ablaufen kann, war nach zwei Wochen sowieso schon ausgiebig inspiziert worden. Also verbrachte ich meine Nachmittage mit Tee und Büchern. Doch langsam wurde mir das Kleinstadtflair Stirlings zu viel und ich wollte eine Abwechslung: Glasgow!
Unter Glasgow stellt man sich ja im Generellen einen ziemlich heruntergekommen Industriemoloch vor, dessen Bewohner in dreckigen Arbeitervierteln leben müssen. - Naja, vielleicht sollte man bei diesem Klischee-beladenen Bild merken, das dies wohl nicht ganz der Wahrheit entspricht. Tatsache ist: Glasgow is awesome! Zusammen mit Lydia, die ja derzeit in Edinburgh gestranded ist, machte ich mich daran am Samstag mein Klischeebild von Glasgow vom Tisch zu fegen.
Von Street-Art und anderen Kuriositäten
Verlaufen kann ich mich auf den Straßen Glasgows ganz leicht. Das ist aber gar nicht so schlimm denn alleine schon die Glasgower Straßenmusiker sind echt ein kleines Highlight für sich. Auf der Buchanan und Sauchiehall Street, die hier praktisch die Einkausmeile bilden, tummeln sich von schottischen Mittelalterbands, über Gitarristen mit Herz-Schmerz-Liedern bis hin zu Hip Hop und Break-Dance so viele Muskier, dass man manchmal kein Wahl hat als mehreren gleichzeitig zuzuhören.
Auch die ganzen Seitengassen beherbergen immer mal wieder versteckte Schätze: von Restaurants bis hin zu Märkten oder einfach nur kuriosen Shops.
Mackintosh mal ohne Apfel
Jugendstilarchitekt Charles Rennie Mackintosh hat hier in Glasgow so einige Spuren hinterlassen. Lydia und ich waren uns über das erste Ziel unseres Ausflugs sofort einig:
The Willow Tearooms... sind klein und eng. Sehr hübsch designed (ich mag Jugendstil ja sowieso!) aber halt.. auch sehr funktional. Zum Glück wurden wir nicht an den einzig freien 2-Personen-Tisch platziert (den hatte wohl irgendwein armer Tölpel reserviert), denn dieser stand genau am Durchgang in die zweite Etage und hätte dafür gesorgt, dass wir reichlich Rucksäcke vorbeigehender Gäste ins Gesicht bekommen hätten. Stattdessen hatten wir den Luxus eines "geräumigen" 4-Personen-Tisch.
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| Earl Gey, Carrotcake, Shortbread und Scones. So lässt sichs doch Leben. |
Die Glasgower Architektur ist teilweise so wild durcheineander gewürfelt, dass man gar nicht weiß wo man zuerst hinsehen soll. Aber da ich den (teilweise doch schon sehr schäbigen) 60er Jahre Bauten wenig abgewinnen kann konzentrierte ich mich lieber auf die alten Gebäude.
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Die Stadt in der Stadt
Ein absolutes Highlight war der Besuch der Nekropolis neber der Glasgow Cathedral. Diesen Namen hat der Friedhof auch mehr als verdient und das nicht nur wegen seiner Größe. Ein ruhiger und friedlicher Ort. Definitv Wert mehrmals besucht zu werden
The Chipy Doon the Lane
Wer in Groß-Britannien ist muss Fish'n'chips essen. Das weiß ja jeder! Aber Fish'n'chips ausm Imbiss am Straßenrand in einer Pappbox mit ner Holzgabel essen? Das geht doch besser!
Dafür gibt's in Glasgow The Chippy Doon the Lane. Hier kann man Fish'n'chips in gepflegter Restaurantatmosphäre in einer Pappbox mit ner Holzgabel essen!
Glasgow fühlte sich ein wenig wie the home away from home an und wenn es sich zeitlich einrichten lässt werde ich hier die nächste Woche über wohl noch öfters mal aufschlagen.













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