Was wäre ein Aufenthalt in Schottland ohne den Besuch einer Whiskeybrennerei und die Deanston Distillery wurde mir von meinen Arbeitskollegen wärmstens empfohlen.
Der Ort Deanston an sich wäre ohne die Brennerei alleine sicherlich keinen Besuch wert. Im Gegensatz zu den schottischen Ortschaften die ich bisher besuchen konnte, wirkt Deanston sehr trist und wenig einladend. Auch das Backsteingebäude der Brennerei macht von außen erstmal wenig her. Aber das soll sich innen noch ändern.
Die Luft um die Brennerei riecht süßlich ... wie Honig... und irgendwie fruchtig, ein wenig nach Banane und vielleicht auch Apfel.
Ich betrete das Besucherzentrum der Brennerei: Whiskeygläser aus Krystallglas; federleichte Hornschalen, die fast aussehen wie ein Quaich. Die Versuchung, wie verrückt Geld auf den Kopf zu hauen, ist hier ebenso groß, wie bei meinem ortsansässigen Kiltschneider in Stirling. Doch erstmal will ich mich mit der Führung zufrieden geben.
Deanston ist unter den Whiskeybrennereien etwas ganz besonderes. Zum Einen ist es die südlichste Brennerei die noch behaupten darf Highland Whiskey hersustellen und zum Anderen hat die Brennerei nicht als solche angefangen, sondern war früher eine Baumwollmühle. Die beiden Wasserräder die früher die Mühle angetrieben haben, wurden mittlerweile durch Turbinen ersetzt. Ja, die Deanston Brennerei produziert ihren eigenen Strom und zwar mehr als für die Brennerei alleine notwendig ist, weshalb 75% der Stromproduktion ins öffentliche Netz gespeist werden.
Die Deanston Brennerei ist auch sehr stolz darauf alles noch in "Handarbeit" zu machen und ihren Whiskey nach traditionellen Methoden herzustellen, obwohl die Brennerei tatsächlich erst 1965 zum ersten Mal als solche in Betrieb genommen wurde. Sie ist auch eine von nur vier Brennereien in Schottland, die noch mit einem offenen Maischebottich arbeitet.
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| Nachdem das Gerstenmalz gemahlen wurde, wird es im offenem Maischebottich mit heißem Wasser angesetzt. |
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| Die Gärtänke verströmen einen angenehmen süßen Geruch. |
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| Die Form der Brennblase ist maßgeblich für den Geschmack des Destilats. |
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| Für den Deanston Whiskey werden ausschließlich ehemalige Bourbon Fässer aus Kentucky genommen. |
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| Mindestens 3 Jahre und ein Tag muss Whiskey gelagert werden, bevor er sich so nennen darf. |
Ausserdem wurde in der Brennerei der Film "Angel's Share" gedreht, der, wie mir versichert wurde, "a very Scottish film" ist. The angel's share, ist übrigens der Anteil am Whiskey, der während der Lagerung in den Holzfässern über die Zeit verdunstet und das können immerhin bis zu 2% sein. Ganz schöne Schluckspechte, die schottischen Engel.
Zum Abschluss der Tour wurde mir dann im Verkostungsraum noch beigebracht, wie man Single-Malt Whiskey richtig zu trinken hat. Angetan von der Tour und dem überraschend milden Whiskey machte ich mich weiter auf die Socken. Denn die Ortschaft Doune liegt praktisch auf der anderen Seite des Flusses und hält noch ein Ziel für mich parat, das ich mir nicht entgehen lassen will.






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